Computergestützte Untersuchung der Körperhaltung - Parameter

 

Diese Beschreibung erklärt die Bedeutung und Weise der Verrechnung der während der Untersuchung festgelegten Parameter. Der eigentlichen Untersuchung des Patienten geht die Kennzeichnung auf seinem Körper der Bezugspunkte voran, die nach der Fertigung eines Computerphotos darauf sichtbar sein werden. In diesen Bezugspunkten werden Positionsanzeiger gesetzt. Aufgrund ihrer Lage werden alle Parameter verrechnet.

            Die Abbildung unten stellt die Anordnung einzelner Punkte und ihre Kennzeichnung dar.

 

Bedeutung der Richtwerte:

C7 –Dornfortsatz des siebten Halswirbels (im Programm wurde eine Nummerierung der Wirbel angenommen, in der dieser Wirbel =0)

KP – Thorakalkyphose (Achtung: die Punkte KP, PL und C7 werden durch den Computer nach der Edition der Sagittalebene automatisch korrigiert)

PL – Wirbelsäulenpunkt des Übergangs der Kyphose in die Lordose (definiert in der Mitte der Tiefe zwischen Kp und LL)

LL – Lumballordose

S1 – Dornfortsatz des ersten Kreuzwirbels (Wirbelnr.=18)

£l,£p – der untere Winkel des Schulterblattes (links, rechts)

Ml,Mp – Darmbeinstachel hinten, oben (links, rechts) (Achtung: hier können wir auch die Spitzen der Darmbeinschaufeln markieren)

T1,T2 – Linie der linken Taille (Achtung: wenn die Einschnitte der Taille T2,T4 nicht deutlich sichtbar sind, dann markieren wir sie auf den gleichen Höhen)

T3,T4 - Linie der rechten Taille

B2,B4 – Schultern (Achtung: wir markieren sie senkrecht unter Achselhöhlen T1,T3)

B3,B4 (X1,X2) – Verbindungspunkt der Linie der Arme mit dem Hals

KS – Hinterhaupthöcker, verwendet bei der Bestimmung der Winkel des Zervikalsegments (Achtung! Wenn wir das Zervikalsegment nicht untersuchen, kann dieser Punkt gleich über C7 gesetzt werden)

 

 

 

 

 

 

[10]. Länge der Wirbelsäulenkurve.

            Dieser Parameter wird nach der ‘Gestalt der Wirbelsäule’ errechnet, d.h. durch Addieren der Entfernungen zwischen den nacheinander folgenden Wirbeln. Diese Länge wird in drei Dimensionen festgesetzt (d.h. mit Berücksichtigung der Tiefe). Der prozentuale Wert wird auf die angegebene Körpergröße der Patienten aus dem Verhältnis (Länge/Körpergröße)*100% bezogen.  

 [11]. DCK – Höhe der Wirbelsäule.

            Das Ergebnis bildet die Entfernung zwischen den Punkten C7 und S1, die nur in der Vertikalachse errechnet wird. Der prozentuale Parameter wird wie oben errechnet..

 [12]. UK –maximale Abweichung der Linie der Dornfortsätze von der Linie C7-S1.

            Der Computer sucht nach der größten Abweichung des Dornfortsatzes von der die Punkte C7 und S1 verbindenden Geraden. Diese Entfernung wird in der Horizontalachse X bestimmt.

Wenn der gewählte Fortsatz sich auf der rechten Seite der Linie C7-S1 befindet, dann ist das Ergebnis positiv, wenn auf der linken – negativ. Das Starten der Option der Errechnung des Absolutwertes hat es zur Folge, dass im Ergebnis kein Zeichen berücksichtigt wird.

Zusätzlich kann man in den Ausdrücken der Ergebnisse den Parameter 2 in Anspruch nehmen, der über die Nummer des gewählten Wirbels informiert. Dabei muss man sich merken, dass die Bezeichnungen angenommen wurden, für die der Dornfortsatz des Wirbels C7 null gleich ist.

 

[13]. KNT – Seitwärtsneigungswinkel des Rumpfes.

            Es wird hier die Lotabweichung der Linie C7-S1 auf der Frontalebene (nach rechts, nach links) festgelegt. Der bestimmte Wert wird in Grad ausgedrückt. Wenn der Punkt C7 ‚rechts‘ von S1 liegt, dann ist das Ergebnis positiv, wenn ‚links‘ – negativ. Der Parameter ABS löscht das Zeichen.

[14]. KPT – Neigungswinkel des Rumpfes.

            Genauso wie bei [13], aber für die Sagittalebene. Der Parameter bestimmt die Körperneigung ‚nach vorne‘ und  ‚nach hinten’. Der Wert ist positiv, wenn C7 näher (auf größerer Wölbung) als S1 liegt. 

 

 

 

[15]. KNM – Seitwärtsneigungswinkel des Beckens.

            Dieser Parameter bestimmt die Neigung der die Punkte M1 und Mp verbindenden Linie im Verhältnis zum Horizont (Winkel_Horizont). Er nimmt graduelle Werte im Bereich  von -180 bis +180 an. Im Zusammenhang damit wenn Mp „höher ist“ als M1, dann sind es Winkel von 0 bis 1800, im entgegengesetzten Fall (–180 – 0). In solcher Situation hängt der errechnete Winkel nicht davon ab, welcher Punkt im Verhältnis zum anderen ‚höher’ liegt. Der in Millimetern gegebene Wert bedeutet die Höhenunterschiede der Lage der Punkte. Von der Koordinaten Y des Punktes Ml wird die Koordinate Y des Punktes Mp abgezogen. Das Zeichen dieser Rechnungsart ist vorzusehen, indem man im Auge behält, dass der Bezugspunkt (0,0) sich im linken unteren Punkt des Arbeitsfeldes befindet. 

[16]. KSM –Beckentorsionswinkel.

            Ähnlich wie bei [15], errechnet aber auf der Sagittalebene. Wenn der Punkt Mp auf einer gröβerer Wölbung als M1 liegt, dann ist das Ergebnis positiv.

 

 

 

[17]. TT –Höhenunterschiede der Taillendreiecke.

            Der Parameter wird auf der Frontalebene errechnet. Das Ergebnis = Entfernung _1 – Entfernung _p.

Der ABS-Wert bedeutet das Ergebnis ohne Zeichen.

Der prozentuelle Wert wird folgendermaβen errechnet:

( (Ent._l-Ent._p)/(Ent._l+Ent._p) )*100%.

[18]. TS –Breitenunterschiede der Taillendreiecke.

            Ähnlich wie bei [17] für die auf der X-Achse errechneten Unterschiede.

 

[19].  KRL, KRP – Winkel der Linie der Oberarme.

 

 

[20]. UL – Höhenunterschied der unteren Winkel der Schulterblätter (Seitwärtsneigung).

            Die Bestimmung verläuft analogisch wie bei Darmbeinstacheln (Parameter[15])

[21]. UB – Tiefenunterschied der unteren Winkel der Schulterblätter (Torsion).

            Analogisch wie der Parameter [16].

[22]. OL – Entfernungsunterschied der unteren Winkel der Schulterblätter von der Wirbelsäule.

            Die Abschnitte zwischen den benachbarten Punkten der Dornfortsätze werden durch gerade Linien approximiert. Das Ergebnis = Ent._1 - Ent._p; Prozentuelles Ergebnis [%]=((Ent._l-Ent._p)/(Ent._l+Ent._p) )*100%.

[23].  DKS – Höhe des Zervikalsegments

            Gerechnet zwischen den Punkten C7 und KS

GKS – Tiefe des Zervikalsegments

            Maximale Vertiefung wird von dem durch den Punkt C7 laufenden Lot gerechnet.

[24]. Gesamthöhe der Wirbelsäule

            Zwischen den Punkten S1_KS = DCK+DKS

 

[25]. KLB – Seitwärtsneigungswinkel der Schulterlinie.

            Alle Daten werden analogisch wie für die Seitwärtsneigung der Beckenlinie gerechnet (Parameter[15])

 

 

[26]. WBS – Assymetriekoeffizient der Schultern im Verhältnis zum KK (des Punktes S1)

            Hier wird der Entfernungsunterschied auf der Horizontalachse von der durch den Punkt S1 laufenden Geraden gerechnet. Alle Ergebnisse werden identisch wie beim Parameter [22] bestimmt.

[27]. WBC –Assymetriekoeffizient der Schultern im Verhältnis zum Punkt C7.

            Identisch wie beim Parameter [26], der Bezugspunkt jedoch bildet der Dornfortsatz der siebten Halswirbels (Faktor C7).

 

 

[28].  Seitwärtsneigungswinkel, Neigungswinkel des Zervikalsegments  C7-KS im Verhältnis zu C7

            Die Werte werden analogisch wie beim Parameter [13,14] errechnet.

[29]. Seitwärtsneigungswinkel, Neigungswinkel des Zervikalsegments KP-KS im Verhältnis zu KP

 

[30]. ALFA – Seitwärtsneigung des Lumbalsakralabschnitts.

 

[31]. BETA – Seitwärtsneigung des Thorakolumbalabschnitts.

 

[32]. GAMMA –Seitwärtsneigung des oberen Thorakalabschnitts.

 

[33]. DELTA – Gesamtlänge der Krümmungen.

            DELTA=ALFA+BETA+GAMMA.

 

[34]. MI – Kompensationsindex.

            MI=KKP-KLL, (Parameter[40], Parameter[35]).

 

[35]. KLL – Lumballordose.

            KLL=180-(ALFA+BETA).

 

 

 

[36]. DLL - Länge S1-KP.

[37]. RLL -Länge S1-PL.

[38]. GLL - Tiefe LL-PL.

[39]. WLL –Tiefe-zur-Länge-Index.

  WLL=GLL/RLL.

[40]. KKP - Thorakalkyphose

  KKP =180-(BETA+GAMMA).

[41]. DKP - Länge LL-C7.

[42]. RKP - Länge C7-PL.

RKP[%]=100%*RKP/DCK.

[43]. GKP - Tiefe KP-PL.

[44]. WKP – Tiefe-zur-Länge-Index.

  WKP=GKP/RKP.

 

 

 

Die genannten Parameter dienen zum Definieren der Form der Wirbelsäule auf der Frontalebene.

[45] Zahl der Bögen; Zahl der Schnittpunkte der Wirbelsäule mit der Linie C7-S1

[46] Rechtseitiger Bogen: Länge, Höhe, Winkel

[47] Linkseitiger Winkel: Länge, Höhe, Winkel

 

Bestimmt die Parameter der gewählten Querschnitte

[48][50] Rotation festgelegt analogisch wie für Parameter [16]

[49][51] Rippenbuckel verrechnet im Verhältnis zur Wirbelsäulenlinie

In der neuesten Softwareversion wurde eine neue (automatische) Methode der Analyse und Verrechnung der Parameter für die Wirbelsäule auf der Sagittalebene eingeführt. Diesen Parametern wurde ein (a) nachgestellt.

Der Punkt PL wird als Durchschnitt des Abschnitts C7-S1 mit der Wirbelsäulekurve bestimmt.

Der Punkt KP deutet auf den Bogenpfeil der Thorakalkyphose (Stelle der Höchstentfernung des Bogens von dessen Sehne – des Abschnitts C7-PL) hin.

Der Punkt LL deutet auf den Bogenpfeil der Lumballordose hin.

[52] Länge der Thorakalkyphose DKP (a) – Entfernung C7-PL

       Länge der Lumballordose DLL (a) – Entfernung PL-S1

Die zu Einheiten normalisierten Werte werden nach folgenden Formeln verrechnet DKP/(DKP+DLL) ; DLL(DKP+DLL);

und das Verhältnis DKP/DLL

[53] Tiefe der Thorakalkyphose GKP(a) – Länge des Bogenpfeils der Kyphose.
  GLL(a) – Tiefe der Lordose. Normalisierte Werte: GKP/(GKP+GLL); GLL(GKP+GLL); GKP/GLL;

[54] Tiefe-zur-Länge-Index der Kyphose WKP=GKP/DKP;

der Lordose WLL=GLL/DLL; normalisiert wie oben

[55] Fläche der Kyphose PKP; Fläche der Lordose PLL

[56] Winkel der Kyphose KKP =180-GAMMA-BETA_K

Winkel der Thorakallordose KLL=180–ALFA–BETA_L

[57] Einzelne Winkel werden im Verhältnis zum Abschnitt C7-S1 festgelegt, wodurch die Analyse von der Neigung des ganzen Körpers abhängig ist. Um die Genauigkeit der Parameterbestimmung zu verbessern, wurden zwei unabhängige Maße des Winkels BETA_K für die Kyphose und BETA_L für die Lordose eingeführt.

 

 

  Bei der Bewertung der Untersuchungsergebnisse nehmen wir an, dass die richtige Körperhaltung eine achsensymmetrische Körperhaltung darstellt, und die Abweichungen von dieser Symmetrie Haltungsanomalien verschiedenen Grades bedeuten. Da nicht möglich ist, auf der Haut des Patienten die physiologischen   Punkte mit gröβerer Genauigkeit als 5 mm zu zeigen, nehmen wir an, dass die Grenze eines Zufallsfehlers bei dieser Methode 1 cm beträgt. Im Zusammenhang damit sprechen wir über die Asymmetrie der Schulterblätter, wenn sie 1,5 cm überschreitet, und bei über 2,5 cm bedeutsamer ist.

Wir hoffen, dass bald physiologische Normen entwickelt werden, die zur Vereinheitlichung der Beschreibungen der durchgeführten Untersuchungen führen werden.